Freitag, 30. September 2016

Inhaltsübersicht

Selysses alphabetisch

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Aus dem Schattenreich
Unscharfe Lesungen

Schattenreich alphabetisch
Schattenreich Register

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ANSICHTEN
KÜNSTE
CONFRERES
MENSCHEN UND HEILIGE
GEOGRAPHIE 
TIERE PFLANZEN DINGE
BETRACHTUNG ANDERER






ANSICHTEN
GROSSE ANSICHTEN

Schwindelgefühllesungen
Buch der Bücher

Spiegel der Lyrik
Doppelter Blick

Selysses
Eine Sehnsucht

Odisseo
Der unsichtbare Gefährte

Palamedes
Coyoten

Sebald
Scriptor post Scriptum

Schlanke Gestalt
Dosierungen des Selbst

Sebalds Werke
Vademecum

Kleine Sebaldstücke
Ein Bekenntnis

Selysses und der Elohist
Wacholderduft bei Delphi

Lesen, Sebald lesen
Ascencion

Bellezza
Giacomettis Hilfe

Verstehen
Mitschweben

Ursprung der Worte
Wechselrede

Doppelgänger, Schattenreiter
Heimlichkeiten vom Anfang 

Innenwelt Außenhirn
Pour me tirer du néant

Meinungsfreiheit
Amische Leute

Panorama der Wissenschaften
Sammeln sich die Schatten

Zahlungsmoral
Atrophie

Grenzübertritt
Richter Leser Dichter

Plagiat
Blinde Passagiere

Zikaden
Hört dem Reim!

Preisschild
Sebald kauft sich eine Hose

Lichtverhältnisse
Im Nocturama

Was fehlt
White from the Winter

Trautes Heim
Wohnungsnot

Nachtquartiere
Through the night

Zimmer 645
A Locked-Room Mystery

Wind der Frühe
Ozean und Felsenskelett

Die angehaltene Zeit
Zeiten und Orte

Schemen, Gestalten
Verschossener Kattun

Worte & Bilder
Was wir lieben

Membran
Unversorgt

Το βλέμμα του Σελυσσέα
Der zweite Blick

Blickkontakt
Im Grunde unverändert

Sebaldos
Eine Dialogreihe

Zwischen Feofan Grek und Picasso
Ordnungslinien im Werk

Krauthäupter
Unheilvolle Wege

Sprachfülle
Lord Phi. Chandos 

Historiographie
Zerstörte Rahmen, zerrissene Bilder

Was die Zukunft bringt
Panmorbosina 

Schwermut
A tendency towards acedia

Wenn es aufklart
Quatorze Juillet

Das neunzehnte Jahrhundert
Frau Margret & Gracie 






KLEINE ANSICHTEN
Prime Speaker
Heillos überfordert

Am dunklen Rhein
Taumel

Bibelstunde
Buch Mose

Auf der Stiege
Beyond this Point

Salettl
Lieblinge der Götter

Evisa
Quell der Zeit

Reines Denken, reine Anschauung
Scherzo

Identitätsnachweise
À travers l'étoffe de ma veste

Phototermin
Schlieren

An tOileánach
Inselbewohner

Snámh dá Én
Schwimmvögel paarweise, nachts

Downsizing
Drei Wirklichkeiten

Schweigsam
Alleinreisende

Förmlich im Flug
Niemcy

Nahuatl
Tod der Sprache

Gedankenverloren
Buenos Aires

Krümmung des Ringfingers
Schwermut

Lebendige Philosophie
Stultitiae vituperatio

Zeitungsleser
Rückeroberte Blätter

Avantgarde
Napoleons Farben

Seybolt
Kunstschönfärber  

Spinnen und Weben
Hochzeitsgewänder

Lament and Prosecution
Veroneser Erde

Zum Ewigen Frieden
Fragen der Strategie

Panoramablicke
Nur zentimetergroß

Staub
Schleier aus Asche

Staubfetzen und Kehrschaufel
Versuch über den Schmutz

Farben des Mehls
Wie Blütenstaub

Wildes Denken
Eine Korrektur

Abschreiben
Stille Freuden

Selysses schreibt
Ungute Zeit

Neger
Lichte Welt

Die offene Wunde
Mediziner unterwegs

CERN
Materialveränderungen

Türen
Juristen und andere

Keine Literatur ohne Literatur
Ship of Old

Buch der Fluchten
Kopfüber ins Wasser

Buch der Wandlungen
Schimären

Eyes Wide Shut 
Falsche Welt

Il Giocondo
Das Lächeln der Sätze

Frühe, helle Feste
Entwendete Glückseligkeit

Räume der Kindheit
Puer ludit, puella cantat

Schrecken der Kindheit
Metzger und Bader

Schattenfiguren
Emissär

Auf dem Dachboden
Jagdreviere 

Oνειροι
Realitätsvermehrung

Leaving Prague
Von Kafka lernen, heißt verlieren lernen.

Auch Sebald war einfach kein guter Mensch
Sebald und Bernhard haben sich gut verstanden

Die Welt ist kein Genußartikel
Selysses und die Freuden des Lebens

Haute Cuisine
Frisch aus deutschen Landen

Café arabica
Drama und Idylle

Heimkehr
Il Ritorno in Patria

Selysses an Land 
Schiffe, Boote, Barken

Uisce Beatha
Wasserscheu

Vorfahren
Kalender, Atlanten, Trödel und Aschenregen

Dreizehn
Zeitwenden nicht zum Guten






KÜNSTE 

Fine della pittura
Tiepolo

Flucht nach Ägypten
Rast am Wasser

Kostümfragen
Zeitlos

Moses im Schilf
Vecchia Elegante

Sprezzatura
Quelle insolence!

Künstlerkolonie
Ewigkeitsaugenblick

Dunkelkammer
Am Ende des Weges

Kuppelbauten
Erinnerungsfetzen

Tulp
Von der Versenkung ins Bild

Kristallisation, Vitrifikation, Prosektur
Die schwere blutige Arbeit

Buch der Maler
Über unseren Köpfen

Kunst und Kultur
Armes Herz

Mallord Turner
Indirektes Licht

Frank Auerbach
Unfehlbar ausgelöscht

Amen
Ein Gebet

Unverraten
Bildmeditationen

Nithart
Grünewald im Gespräch

Portrait of the Artist as a Very Young Man
Bereiche der Kunst

Darstellende Kunst
Pas de théâtre chez les juifs

Bregenz
Kulktur am Wasser

Freitod im Ardennerwald
Lange Weile

Fenster zum Hof
Bedeutungslos

Klangfarbe
Lautlose Klage

Andante sostenuto
Das Ethos des Dichters

Musik der Dichter
Ratlos

Kleinkunst
Weniges

Gerufen
Völlige Stille

Rauch
Feuerwerk für W.G. Sebald




 

CONFRERES

Kafka
Aufheiterung eines Untröstlichen

Doktor K.
Venator robustus

Wings of the Dove
Zähmung

 **************
A l'ombre de Proust

Zeitvertreib
Le reclus du blvd. Haussmann

Sightseeing
Basse porte, porte d'or, porte fermée

Menschenrassen
Race de Combray

Siebenundneunzig Stufen
Dorfkirchen

Vom Himmel gefallen
Leselücke
*************

Zwei Franzosen
Auskultation

Schmetterlingsmann
Seite 27

Andere Ufer
Flugkünste

Essengehen
Bé hem dinat

Mimesis
Dekalog, Position 10

Chefs & Dons
Juste distance

Nel mezzo del cammin
Neuanfänge

Bei Feuertod
Schwierige Heimkehr

Nachtlager der Poesie
Timbre

Am Canal Grande
Gleichschritt

Hlasko
Ausgewandert

Schritte in der Sonne
So bright

Exnovation
C'est bizarre

Wochenbettmelancholie
Konversionen

Patois
Refugium

Oh les beaux jours
Vom Glück es Schreibens

**********************
Modiano

Perroquet, chien, merveilles
célestes, questionnaire

Falsche Welt
Am Bächlein

Romanfigur
Casting

Rufe in der Nacht
Maskenball

Parataxe
Nebelweiten

Photographen
Pour en finir

Auf dem Revier
Pont de Suresne

Quartorze Juillet
Tag und Nacht

Taufregister
Ancienne paroisse 

Vergehende Zeit
Comme une algue

Schreibmaschinen
L'homme qui tape

Stimmwechsel
Ausgewanderte und Unbekannte

Eltern
Avis de décès

Couvent et Pissoir
Koinzidenzen

Pitié-Salpêtrière
Unheilanstalt
**********************

Dziura w niebie
Bibliotheken

Wahrheit der Geschichte
Kinderszenen

Nápoles
En las estampas

Trunksucht
In Tirol und anderswo

Freude
Letizia che trascende ogne dol(z)ore

Brüder
Frères, Братья

Keltisches Feuer
Meibion Glyndŵr

Blume Davids
Zwanzigtausend Heilige

Commander Dalgliesh
From Norfolk

Wegfahrlosigkeit
Vegetabil

Frühe Werke
Was bleibt

A cau d'orella
Tanzschritte

Überflüssig
Russische Wallfahrt

Gartentor
Muß i denn

Spitaleremit
Nursery

Olfaktorien
Von den Sinnen

Humber Hawk
Farben der Zukunft

Frau mit Handschuhen
Verurteilt

Von weit oben
In seltsamer Neigung

Wiatraki
Bei Tag und bei Nacht

Kritiklos
Kapitalismus et al.

Endlichkeit
Mit feiner Ironie

Selysses liest
Bibliothek mit Garten

Liest Borges
Schwalbe und Molluske

Liest Thomas Browne
The finall pyre

Darwin
Wissenschaftsprosa

Liest Grillparzer
Protokafka

Liest Rousseau
Anläßlich eines Besuchs

Liest Conrad
Sans comprendre l'horreur

Was wir wissen
A Kind of Wild Justice

Liest Flaubert
Sandkorn im Saum

Las einst Stifter
Ich war sehr traurig

Heidegger
Gestell

Besucht Ernst Herbeck
Altamira

Tirant lo Blanch
La marquesa salió a las cinco

Tiepolos Freunde
Vie de la petite morte

Colonel Chabert
Kernung

Liest nicht Foster Wallace
Endloser Spaß

Verdi
Tonausfall

Wal an Land
Petit pan de cachalot

Unzulänglich
Poignant

Untröstlich
Wo ist dein Stachel

Abschenkung
Hammerwerfen

Bedürfnislosigkeit und Luxus
Conrad läßt nicht zu, daß Wittgenstein und Proust sich verständigen.






MENSCHEN UND HEILIGE

Selysses und die Empfangsdamen – Gesammelte Empfänge
Zitatensammlung 

Selysses und die Empfangsdamen – Besprechung
Besprechung

Engel auf Erden
Restverzauberung

Astronomen
Himmelswirrwarr

Bucklige und Irre
Volksgesundheit

Askese
Lebensreize

Trinkerinnen
Sinnenfreude

Ortsfest
Traumplan

Kartenspieler
Hut auf, Hut ab

Verboten
Als sei nichts geschehen

Far West
Müdigkeit 

Dieses fromme Weib
Namenlos

Figura Christi
Nur Jünger

Mysterien
Flammendes Herz

Sa'Dwrn
Capriccio der Schutzpatrone

Baldachin
Im Ernst

Gwalchmai
Legato

Mathild
Die rote Zeit

Agoraphobie
Öffentliche Plätze

Allem Lebendigen zugetan
Margarethe mit dem Wurm

Tote und Überlebende
Unter Menschen

Sterbezimmer
Hej Boginie!

Organisationssoziologie
Freie und Gleiche

Fremd
Strange

Weiber
Gwrachod

Tra donne
Fragen der Gerechtigkeit

Mütter
Seltsamer Theatergeruch

Freundschaft
Zusammengekauerte Gestalt

Komparsen
Randlos

Mitreisende
Dumm & stumm

Schiphol
The Enigma of Departure

Inselleben
Narrenschiff

Le repos du voyageur
Grenzstation

Passanten
Flâneur à vide

Paradieren
Reine Stirn der Engel

Damenmode
Multiversum

Bunte Röcke
Farben der Zeit

Geschäftsmodelle
Wandel

Warenparadiese
Poèmes de l’étalage

Lesegefährten
Stumme Solidarität

Geldschein für Leser
The Baronetage of Ebgland

Ferienvolk
Verkleidete Hunde und Lemurengesichter

Fischersleute
Nichts als Leere

Zirkusmenschen
Santini

Einfache Leute
In oculis infantis

Unsere Zukunft
Kinder und Familie

Frieda und die drei Schwestern
Ehepaare fallen ab

Der Ruhestand der Eremiten
Berufe & Beschäftigungen

Heilende Hand
Gesundheitsfürsorge

Una bella compagnia
Mit Wittgenstein verzahnt

Sand Sebolt
Heilige am Werk

Sumpfheilige
Ffransis a Catrin

Bürger
Zeitwanderer

Prophet und Heiland
Gesprächspartner

Die Mesnerin von Sant'Anastasia
Einem Schatten gleich

San Giorgio
Herzbewegend Weltliches

L'aspetto di San Giorgio
Silberne weibliche Züge

Il Santone Saltante
Eigentlichkeit

Bilder wie Boote
Onze

Wyndham Le Strange
MWGS & MGWS

George Orlando Le Strange
Miles Dei per saecula saeculorum

Im steinernen Haus
Ausgewandert

Klausner
Something in between

Tir o saint
Entmenscht

Florence Barnes
Ein glückliches Paar

Festivitäten
Dionysisches

Sport und Spiel
Le blanc et le noir

Denksport
Ein schmerzhaft flimmernder Fleck

Flieger 
Due Geraldi e un Douglas

Lehrer
Kaum Schüler, keine Kinder

Die Toten
L'éternité perdue

Oraisons funèbres
Heimliche Trauung







GEOGRAPHIE

Europa
Länder: 50

Paris
Die Gans der Gaukler

Belgien
quarum unam incolunt

Italien
Drei Reisende

Venedig
Città inquinata

Verona
Grauenhafte Details

Giardino Giusti
Der rechte Garten

Mailand
Una guida sicura

Hotel Boston
Tiempos muertos

Wien
An der Grenze

Cambria
Paradwys y bardd

Éire
Schreckliche Dinge

England
Quartiere

Manchester
Stumme Gesellen

Corsica
Scornu di lu mundu

Holland
A la recherche des Neérlandais

Franken
Land und Leute

Böhmen
Am Meer

Prag
Pereat lux

Terezín
Bazar und Museum

Marienbad
Winterkönigin

Spanien
Portbou

Erdteile
O terrae, o calamitates!

Amerika
An Englishman in Newark

Urbanes Leben
Fragen der Sicherheit

Morgenland
Jakob Philipp Fallmerayer

Fragmente aus dem Orient
Baumparadiese

Wüstenmenschen
Trugbilder

Arabisches Kostüm
Betrachter im Bild

Jerusalem
Abrahamitische Religionen

Buch der Alpen
Alles nur Stein

Wanderlust
Talwärts und in der Ebene

Wertach (W.)
Einwohnerverzeichnis

Der Sebaldweg
Eine Wanderempfehlung







TIERE PFLANZEN DINGE

Vynwry: Der Hund und das Mädchen
Kaum Liebe zwischen Mensch und Tier

Seidenvogel
Zehnter Teil

Vogelwelt
Kaum ein lebendiger Laut

Spatzen
Frühlingsmönch

Prozessionsspinner
Todesordnung

Motten
Seelen in Bakelit

Andromeda Lodge
East of Sense

Psittaciformes
Ornithologische Metaphysik 

Schopenhauers Pudel
Lupus domesticus homine praeceptor

Im Abseits
Geschichtsunterricht

Kreaturen
Wasser, Luft, Land

Marschland
Gemalte Augen

Brackwassersee
Scharzer Vogen

Bull Inn
Rieselnder Verputz

Jedes einzelne Blatt
Baum & Strauch

Gärten
Paradise Missed

Liegenschaften
Helle Lichtung

Verkehrsmittel
Eppur si muove

Ferrovia
Gleisgelände

Fahrtwind
Rheinabwärts

Bauten
Le mauvais démiurge

Sehfehler
Vom Großthema des Sehens abzweigendes Kleinthema der Augenerkrankungen

Drei keine Feuerchen
Cessez le feu

Uhren
Vom Großthema der Zeit abzweigendes Kleinthema der Zeitmessung






BETRACHTUNG ANDERER

Selysses und Bedysseus
Zwei Wanderer

High Windows
Unaufgeklärte Verbrechen

Tired Eyes
Erschöpfte Detektive

Hudannwott
Detektivarbeit

In Schönheit
Kafkas Sohn

Marbach
Destille und Ölpresse

Moskau und Ajaccio
Eine haltlose Phantasie

Land & Wasser
Entfaltung und Einfaltung in Lyrik und Prosa

Dante kam bis Krummenbach
Purgativa

Drei heißt vier
Uwe Schütte: W.G. Sebald

Figurationen
Ansichten eines Gemeinen Lesers

Gespräche
Dünnes Eis

Sebald of the twenty-first century
Open City

Freigefegt
Sebalds Blick

Nußschale
Sebalds Blick

Rastignac
A nous deux, Shoah!

Im Fadenkreuz
Bourdieu und Luhmann

Verborgenheit
Aquarellskizzen 

Winfried
Traumatisiert außer Haus

Der Bruchpilot
Nicht jeder kann Sebald verstehen





AUS Austerlitz
AW Die Ausgewanderten
BU Beschreibung des Unglücks
CS Campo Santo
LL Logis in einem Landhaus
LW Über das Land und das Wasser
NN Nach der Natur
RS Die Ringe des Saturn
SG Schwindel.Gefühle

Seitenangaben jeweils nach der Taschenbuchausgabe (soweit vorhanden)

Die Bilder, auch im Nachbarblog Varia, stammen, soweit nicht kunstgeschichtlich allgemein bekannt, aus der Werkstatt von Holger Conrad

Die Sebaldosdialoge sind Christian Runkels Eigentum.

Ab und zu taucht einer von Anna Manel.las kleinen Lebensmenschen auf.

Die Freunde Sebalds treffen sich bei Christian Wirth. Selysses, des Reisens und Wanderns müde, logiert dort auch in prächtiger Umgebung und schimmerndem Gewand. Sein Urahn dagegen kann nicht lassen von den Meeren. Hoch über allem der verwegene Freund & sichere Flieger.

Donnerstag, 29. September 2016

Selysses alphabetisch


Abschenkung
Abschreiben
A cau d'orella
Agoraphobie
Allem Lebendigen zugetan
Am Canal Grande
Am dunklen Rhein
Amen 
Amerika
Andante sostenuto
Andere Ufer
Andromeda Lodge
An tOileánach
Arabisches Kostüm
Askese
Astronomen 
Auch Sebald war kein guter Mensch
Auf dem Dachboden
Auf dem Revier
Auf der Stiege 
Avantgarde

 




Aus dem Schattenreich 
Gesammelte Werke

Baldachin
Bauten
Bedürfnislosigkeit und Luxus
Bei Feuertod
Belgien
Bellezza
Besucht Ernst Herbeck
Bibelstunde
Bilder wie Boote
Blickkontakt
Blume Davids 
Böhmen
Brackwassersee
Bregenz
Brüder
Buch der Alpen
Buch der Fluchten
Buch der Maler
Buch der Wandlungen
Bucklige und Irre
Bull Inn
Bunte Röcke
Bürger 

Café arabica
Cambria
CERN
Chefs & Dons
Colonel Chabert
Commander Dalgliesh
Corsica
Couvent et Pissoir

Damenmode
Dante kam bis Krummenbach
Darstellende Kunst
Darwin
Das neunzehnte Jahrhundert
Denksport 
Der Bruchpilot
Der Ruhestand der Eremiten
Der Sebaldweg
Die angehaltene Zeit
Die Mesnerin von Sant'Anastasia
Die offene Wunde
Dieses fromme Weib
Die Toten
Die Welt ist kein Genußartikel
Doppelgänger, Schattenreiter
Doktor K.
Downsizing 
Drei heißt vier
Drei keine Feuerchen
Dreizehn
Dunkelkammer
Dziura w niebie 

Einfache Leute
Éire
Eltern
Endlichkeit
Engel auf Erden
England
Erdteile
Essengehen
Europa
Evisa
Exnovation
Eyes Wide Shut

Fahrtwind
Falsche Welt
Far West
Farben des Mehls
Fenster zum Hof
Ferienvolk 
Ferrovia
Festivitäten 
Figura Christi
Figurationen
Fine della pittura
Fischersleute   
Flieger
Florence Barnes
Flucht nach Ägypten
Förmlich im Flug 
Fragmente aus dem Orient
Frank Auerbach
Franken
Frau mit Handschuhen
Freigefegt
Freitod im Ardennerwald 
Fremd 
Frieda und die drei Schwestern
Freude
Freundschaft
Frühe, helle Feste
Frühe Werke 

Gärten
Gartentor 
Gedankenverloren
Geldschein für Leser
George Orlando Le Strange
Gerufen
Geschäftsmodelle 
Gespräche
Giardino Giusti
Grenzübertritt
Gwalchmai

Haute Cuisine
Heidegger 
Heilende Hand
Heimkehr
High Windows
Historiographie
Hlasko 
Holland
Hotel Boston 
Hudanwott
Humber Hawk

Identitätsnachweise
Il Giocondo
Il Santone Saltante
Im Abseits
Im Fadenkreuz
Im steinernen Haus
Innenwelt Außenhirn
Inselleben
In Schönheit
Italien

Jedes einzelne Blatt
Jerusalem

Kafka
Kartenspieler
Keine Literatur ohne Literatur
Keltisches Feuer
Klangfarbe
Klausner
Kleine Sebaldstücke
Kleinkunst
Komparsen
Kostümfragen
Krauthäupter 
Kreaturen
Kristallisation, Vitrifikation, Prosektur
Kritiklos
Krümmung des Ringfingers
Künstlerkolonie
Kunst und Kultur 
Kuppelbauten

Lament an Prosecution
Land und Wasser
Las einst Stifter
L'aspetto di San Giorgio 
Leaving Prague
Lebendige Philosophie
Lehrer
Le repos du voyageur
Lesegefährten
Lesen, Sebald lesen
Lichtverhältnisse
Liegenschaften 
Liest Borges
Liest Conrad
Liest Flaubert
Liest Grillparzer
Liest nicht Foster Wallace
Liest Rousseau
Liest Thomas Browne

Mailand
Mallord Turner
Manchester 
Marbach
Marienbad
Marschland 
Mathild
Meinungsfreiheit
Membran
Menschenrassen
Mimesis 
Mitreisende
Morgenland
Moses im Schilf 
Moskau und Ajaccio
Motten
Musik der Dichter
Mütter
Mysterien 

Nachtlager der Poesie
Nachtquartiere
Nápoles
Nahuatl
Neger
Nel mezzo del cammin
Nithart
Nußschale

Odisseo
Oh les beaux jours
Olfaktorien
Oneroi
Oraison funèbres
Organisationssoziologie
Ortsfest 

Palamedes
Panoramablicke
Panorama der Wissenschaften
Paradieren
Parataxe 
Paris
Passanten
Patois
Perroquet, chien, merveilles
Photographen
Phototermin
Pitié-Salpêtrière  
Plagiat 
Portrait of the Artist
Preisschild
Prime Speaker
Prophet und Heiland
Prozessionsspinner
Psittaciformes

Quartorze Juillet 

Rastignac
Rauch
Räume der Kindheit
Reines Denken, reine Anschauung
Romanfigur
Rufe in der Nacht 

Sa'Dwrn
Salettl
Sand Sebolt
San Giorgio
Schattenfiguren
Schemen, Gestalten
Schiphol 
Schlanke Gestalt
Schmetterlingsmann
Schopenhauers Pudel 
Schrecken der Kindheit
Schreibmaschinen
Schritte in der Sonne
Schweigsam
Schwermut
Schwindelgefühllesungen
Sebald
Sebald of the twenty-first century
Sebaldos
Sebalds Werke
Sehfehler
Seidenvogel
Selysses
Selysses an Land
Selysses liest
Selysses schreibt
Selysses und Bekysseus
Selysses und der Elohist
Selysses und die Empfangsdamen I
Selysses und die Empfangsdamen II
Seybolt
Siebenundneunzig Stufen
Sightseeing
Snámh dá Én
Spanien
Spatzen
Spiegel der Lyrik
Spinnen und Weben
Spitaleremit 
Sport und Spiel
Sprachfülle
Sprezzatura 
Staub
Staubfetzen und Kehrschaufel
Sterbezimmer 
Stimmwechsel
Sumpfheilige 

Taufregister
Terezín
Tiepolos Freunde
Tirant lo Blanch
Tired Eyes
Tir o saint 
Tote und Überlebende
To vlemma tou Selyssea
Tra donne
Trautes Heim
Trinkerinnen
Trunksucht  
Tulp
Türen

Überflüssig
Uhren
Uisce Beatha
Una bella compagnia
Unsere Zukunft
Untröstlich
Unverraten
Unzulänglich
Urbanes Leben
Ursprung der Worte 

Venedig
Verborgenheit
Vergehende Zeit
Verboten 
Verdi 
Verkehrsmittel
Verona
Verstehen
Vogelwelt
Vom Himmel gefallen
Von weit oben 
Vorfahren
Vynwry

Wahrheit der Geschichte
Wal an Land 
Wanderlust
Warenparadiese
Was die Zukunft bringt 
Was fehlt
Was wir wissen
Wegfahrlosigkeit
Weiber
Wenn es aufklart 
Wertach (W.)
Wiatraki
Wien
Wildes Denken
Wind der Frühe 
Windfried
Wings of the Dove
Wochenbettmelancholie
Worte & Bilder
Wüstenmenschen
Wyndham Le Strange

Zahlungsmoral
Zeitungsleser 
Zeitvertreib
Zikaden
Zimmer 645
Zirkusmenschen
Zum Ewigen Frieden
Zwei Franzosen 
Zwischen Feofan Grek und Picasso

Donnerstag, 22. September 2016

Trinkerinnen

Sinnenfreude

Über die Anna Seelos erfahren wir noch weniger als über die Rosina Zobel und das wenige liegt in einem Nebel von Gerüchten und Mutmaßungen, die wir fortspinnen müssen. Die Anna hat ihre Tage beim Kaffeesieden verbracht, das sie auf die türkische Art vornahm. Auf wieviel Tassen täglich wird sie es bei diesem ihren einzigen Zeitvertreib gebracht haben? Sie war eine schwere, langsame Frau und die türkische Art ist vergleichsweise zeitaufwendig. Nichts weist auch darauf hin, daß sie, die seit dem Tode ihres Mannes allein wohnte, über das Kaffeesieden die allgemeinen Haushaltspflichten vernachlässigt hätte, so daß die hohen Stückzahlen, wie sie Balzac oder Edgar Wallace zugeschrieben werden, eher nicht erreicht wurden. Wenn es zunächst heißt, sie habe die türkische Art der Zubereitung von ihrem Mann erlernt, der als erfolgreicher Baumeister längere Zeit auch in Konstantinopel verbracht hatte, und dessen Andenken sie auf diese Weise zu ehren wußte, wird später erwogen, die orientalische Kaffeekunst habe sie womöglich erst später von dem jungen Türken Ekrem übernommen, der sich in dem Büro des verstorbenen Baumeisters eingerichtet hatte, verbunden naturgemäß mit der unausgesprochenen Frage, ob es bei dem Verhältnis zwischen der Anna und dem Ekrem ausschließlich um den süßen Mokka gegangen ist. Daß Annas Tochter Lena beizeiten mit einem Kind Ekrems niedergekommen ist, macht diese Erwägungen nicht gegenstandslos, nicht zuletzt im ländlichen Raum ist die Sinnenfreude so allgegenwärtig wie ansonsten nur die drückende Last des Lebens.

Für Rosina Zobel stand Kaffee nicht obenan auf der Liste. Nachdem sie die Führung des Wirtshauses vor etlichen Jahren aufgegeben hatte, hielt sie sich den ganzen Tag in ihrer halbverdunkelten Stube auf. Entweder sie saß in ihrem Ohrensessel, das Weinglas in der Hand, oder sie ging mitsamt dem Glas hin du her, oder sie lag auf dem Kanapee. Ihre beiden Kinder sind bei einer Tante aufgezogen worden, weil die Engelwirtin nach der Geburt der Tochter mit dem schweren Trinken angefangen hat und nicht mehr imstande gewesen ist, die Kinder zu versorgen. Niemand wußte, ob der Rotwein sie schwermütig gemacht oder ob sie aus Schwermut zum Rotwein gegriffen hat. Kurios ist, daß man sie nie bei einer Arbeit sah, weder kaufte sie ein, noch kochte sie, noch sah man sie Wäsche waschen oder das Zimmer aufräumen, ein wahres Rätsel, da weder von einer Haushaltshilfe etwas bekannt noch auch eine besondere Verwahrlosung auffällig war. Die undurchsichtige Situation wird noch weitaus undurchsichtiger dadurch, daß im Hinterzimmer der an einer mysteriösen Wunde leidende Mann der Rosina als Pflegefall bettlägrig sein sollte, wo doch die Rosina ganz offensichtlich zur Pflege weder willens noch imstande war. Fast schon denkt man an den grauen Jäger, der im Haus der Mathild Seelos angeblich den Dachboden bewohnte und sich im nachherein als eine Kleiderpuppe erwiesen hat, der man ein Jägergewand übergeworfen hatte. Tatsächlich wird es auch dem Dichter rückblickend immer unwahrscheinlicher, daß es den Engelwirt tatsächlich gegeben haben soll, wenngleich genauere, vor Ort angestellte Nachforschungen daran angeblich keinen Zweifel ließen. Wie zuverlässig aber waren die Nachforschungen und vor allem: für welche Dauer konnte die Liegezeit des kranken Wirtes bestätigt werden?

Selten nur wirft der Dichter einen tieferen Blick in die Abgründe von Ehe und Familie, und hier, bei den beiden Trinkerinnen, lassen sich die Gerüchte und Mutmaßungen fortspinnen, ohne daß die Wahrheit klar aufscheint. Je nach Temperament wird man einer freundlichen oder einer weniger freundlichen Annahme zuneigen. In der freundlichsten Annahme hat die Anna ihm, dem toten Gatten, über die Jahre hin in der Gestalt ungezählter Tassen türkischen Mokkas ein fortwährend fließendes Denkmal gesetzt, die Rosina hat ihren kranken Mann über die Jahre hin ebenso liebevoll wie unauffällig gepflegt. Die härteste Annahme wäre, der Ekrem war auf zwei Ebenen und sozusagen schon im Bereich der Blutschande tätig und bei der Rosina ist irgendwann etwas in der Art geschehen, wie wir es, nicht ohne Schaudern bei der bloßen Erinnerung, aus dem Kinofilm Das Fenster zum Hof kennen. Wer im Bereich der Kunst vornehmlich an Darstellungen der Schlachtung des Holofernes bei Caravaggio und anderen Gefallen findet, wird sich für die härteren Annahmen entscheiden, wer gern vor den Bildern Ludwig Richters verweilt für die freundlichen. Naturgemäß sind Freunden der Mitte mittlere Lösungen nicht verschlossen.

Dienstag, 13. September 2016

Geschäftsmodelle

Wandel


Wohl auf Betreiben des Baptist, der seine ledigen Schwestern versorgt sehen wollte, hatten die Babett und die Bina das Café Alpenrose aufgemacht, in das aber nie jemand hineingegangen ist; Touristen gab es zu der Zeit so gut wie keine und für die Einheimischen ging von den Schwestern, von denen die eine mit den Händen ihren Kleiderschurz glattstreichend fortwährend im Haus und im Garten herumgelaufen ist, während die andere den ganzen Tag in der Küche gesessen und Geschirrtücher zusammenfaltet hat, kein Anreiz aus. Heute würde man von einem nicht tragfähigen Geschäftsmodell sprechen. Vermutlich hatte der Baptist Seelos, der ein erfolgreicher Baumeister gewesen war, den Schwestern obendrein noch hinreichend Kapital hinterlassen, um davon ihr Leben zu fristen. Als weitaus geschäftstüchtiger zeigte sich die Frau Unsinn, die das Konsumgeschäft am Ort führte. In der Auslage hatte sie eines Tages eine Pyramide aus goldenen Sanellawürfeln errichtet, eine Art Vorweihnachtswunder als Anzeichen der auch in W. anhebenden neuen Zeit. Die Sanellapyramide ragte hinein in die Zukunft und im Geiste baute man sie höher und höher, so hoch, daß sie schon bis in den Himmel hinauf reichte. Von dem Supermarkt oder dem Discounter, der wohl bald schon in der nächstgrößeren Ortschaft eröffnen und auch ihr Geschäftsmodell gefährden würde, ahnte Frau Unsinn da noch nichts. Die Grundlage der Ökonomie in ländlichen Gegenden war ohnehin nicht die Gastronomie oder der Einzelhandel, sondern Land- und Forstwirtschaft. Die Bauern und Holzknechte sehen wir allerdings nicht bei der Arbeit, sondern in einem übel beleumundeten Wirtshaus, wo sie bis tief in die Nacht hinein hockten und tranken, oft bis zur Besinnungslosigkeit. In einem späten Gespräch versichert der Dichter, dank der Agrarpolitik der EU seien die Bauern mittlerweile schweinereich geworden, eine Wortwahl, die Zufriedenheit mit diesem Zustand nicht zum Ausdruck bringt. Dabei hatte die Entwicklung fraglos zur Verfeinerung der Sitten beigetragen und unter anderem das Wirtshaus gezwungen, sein Geschäftsmodell umzustellen und sich aus einer Spelunke in eine sogenannte Stätte gepflegter Gastlichkeit zu verwandeln. Aber auch das verbucht der Dichter seltsamerweise nicht auf der Habenseite. Noch weniger beeindruckt es ihn, daß die Bauern- und Waldarbeiterschaft schon früh zu einer Brutstätte der Kunst geworden war. Der Maler Hengge war in den 30er Jahren auf dem Höhepunkt seines Ruhmes gestanden und bis nach München hinaus bekannt gewesen. Überall in W. und in der weiteren Umgebung konnte man an den Hauswänden seine stets in braunen Farben gehaltenen Wandmalereien sehen, die von seinen Hauptmotiven, zu denen neben den Holzknechten die Wilderer und die aufständischen Bauern mit der Bundschuhfahne gehörten, nur dann abgewichen, wenn ihm ein besonderer Gegenstand ausdrücklich vorgegeben war. Der Maler Hengge war sehr wohl imstand, sein Repertoire auszuweiten. Doch wenn er ganz nach seinem eigenen Kunstsinn sich richten konnte, hat er nichts als Holzerbilder gemalt. Auch die alten Meister, so möchte man diesen spöttischen Anmerkungen entgegenhalten, hatten in der Regel aus der Auftragsarbeit heraus zu ihrem überragenden Kunstsinn gefunden. Das Schreibwarengeschäft des alten Specht, der nicht mehr unter den Lebenden ist, wird heute noch von der Frau des Lukas Seelos weitergeführt. Von den anderen Kleingewerbetreibenden und Dienstleistern, dem Uhrmacher, dem Bader, dem Schmied, dem Bäcker haben wir keine Nachrichten für die Neuzeit. Die akademischen und beamteten Dienstleister, Ärzte, Lehrer, Pfarrer, werden sicher geeignete Nachfolger gefunden haben.