Sonntag, 18. Februar 2018

Sans trottoirs

Lernerfolg

Der Dichter bekennt, er habe immer auf eine ziel- und planlose Weise geschrieben, so wie ein Hund, der über ein Feld läuft. Wenn man beobachtet, so führt er aus, wie ein Hund, allein dem Rat seiner Nase folgend, ein Feld durchquert, ergibt sich der Eindruck völliger Unberechenbarkeit, und doch findet das Tier untrüglich immer das, was er sucht. Er, so der Dichter, habe immer Hunde gehabt und von ihnen diese Fähigkeit erlernt. Ein entspanntes Verhältnis zwischen Lehrmeister und Schüler zeichnet sich ab, der Lehrer muß nicht befürchten, daß der Schüler ihn übertrifft, dazwischen liegen Meilen, der Dichter hat das Feld gar nicht betreten, sondern den Hund von einem Gehweg oder Gehsteig aus beobachtet. Ihm, dem Schüler, reicht das geringe Erlernte für die Anwendung auf anderem Gebiet, dem der Prosa. Je vadrouille à travers les jours comme une putain dans un monde sans trottoirs – das ist nun eine ganz andere Sachlage, kein Lehrer und kein Schüler, zwei ohne den rechten Boden unter den Füßen, aber keine Schicksalsgemeinschaft - der Aphoristiker ist nicht bekannt mit der ohnehin abstrakten Hure - eine Schicksalsähnlichkeit nur, ein weites, für den Hund geeignetes Feld stellen wir uns nicht vor, einen endlosen Hohlweg eher mit unbestimmtem Untergrund und verdecktem Himmel, einen Weg, den man einsam geht, die undeutlich nur erkennbare Silhouette der Frau weit voraus, als literarischer Niederschlag der Wanderung über eine endlose Reihe von Tagen nichts als eine endlose Reihe präzis notierter Klagelaute.

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